Lebenslauf Kanonikus Johann Baptist Büchel
«Kurzer Lebenslauf», aus: «Zum Gedenken an die verstorbenen Vorsitzenden des Historischen Vereins» von Alois Ospelt, in Jahrbuch des Historischen Vereins, Band 100, S. 171-172.

Johann Baptist Büchel wurde am 1. Juni 1853 in Balzers-Mäls geboren. Seine Eltern, Johann Baptist und Katharina Büchel, waren Bauers- und Gewerbsleute und hatten das Gasthaus «Zur Traube» inne. Nach der Volksschule in Balzers absolvierte er die Gymnasialstudien in Feldkirch, Brixen und Schwyz und studierte nach der Matura Theologie am Priesterseminar in Chur. Dort empfing er 1876 die Priesterweihe. Nach einem kurzen Aufenthalt in Freiburg i. Ue. wirkte er von 1876 bis 1884 als Professor und Präfekt am Kollegium Maria Hilf in Schwyz. Anschliessend war er bis zu seinem Tod in Liechtenstein in der Seelsorge und im Schulwesen tätig. Dabei hatte er jeweils über längere Zeiträume leitende Funktionen inne. Während zweier Perioden gehörte er dem Landtag an, 1890 bis 1906 als vom Volk gewählter, 1918 bis 1920 als vom Fürsten ernannter Abgeordneter. 1890 bis 1906 war er Landtagsvizepräsident. Nach der Landtagssitzung vom 7. November 1918 und der erzwungenen Abdankung von Landesverweser von Imhof legte er sein Mandat nieder. Büchel gehörte 1901 zusammen mit Dr. Albert Schädler und Landesverweser Karl von In der Maur zu den Gründern des Historischen Vereins, dessen Vorsitz er 1922 bis 1927 inne hatte. Neben zahlreichen historischen Forschungsarbeiten veröffentlichte er auch ein historisches Festspiel (1912), Gedichte und Reiseerzählungen. 1920 trat Büchel wegen Schwerhörigkeit in den Ruhestand. Er verbrachte seine letzten Lebensjahre auf dem Kirchhügel zu Bendern im ehemaligen Kloster, wo er sich neben etwas Aushilfe in der Seelsorge vor allem der Geschichtsforschung widmete. Johann Baptist Büchel starb am 14. November 1927 im 75. Lebensjahr. Schon zu Lebzeiten stand Büchel in hohem Ansehen. Seine ausserordentlichen Leistungen und Verdienste wurden öffentlich ausgezeichnet. 1966 wurde ihm vor der Pfarrkirche in Balzers eine Gedenkstätte errichtet. Das Denkmal, Schriftstein und Säule, vierfach ausstrahlend, wurde von Dr. Georg Malin geschaffen. Der Schriftstein, versinnbildet als Buch die vier Hauptkapitel seines Lebens: Priester, Erzieher, Heimatdichter und Historiker. Auch eine 1967 herausgegebene Gedenkmarke ehrt sein verdienstvolles Schaffen.


